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Checkliste und Tipps zur Kostenerstattung von Meningokokken-Impfungen

 

Meningokokken: Es gibt drei mögliche Impfungen

Insgesamt stehen in Deutschland drei Meningokokken-Impfungen zur Verfügung – nur die Impfung gegen die Meningokokken-Gruppe C wird bislang von der Ständigen Impfkommission standardmäßig möglichst früh im zweiten Lebensjahr empfohlen (1) und von allen Krankenkassen als eine sogenannte Pflichtleistung erstattet. Es gibt jedoch auch eine Impfung gegen die Gruppe B, die mit über 60 % für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich ist – gefolgt von Y und C. (2) Diese Einzelimpfung wird bereits u. a. für gesundheitlich gefährdete Personen empfohlen. (1)

Eine Kombinationsimpfung gegen die Gruppen ACWY steht ebenfalls zur Verfügung und ist für gesundheitlich gefährdete Personen sowie bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. (1) Darüber hinaus kann bei der Krankenkasse eine Kostenübernahme angefragt werden.

Welche Krankenkassen erstatten zusätzliche Meningokokken-Impfungen?

Eine Übersicht der Krankenkassen, die eine Impfung gegen Meningokokken B bei Kindern in der Regel auf Anfrage erstatten, findet sich bei den „Kinderärzten im Netz“ unter: https://bit.ly/33q6qgp. Die ACWY-Impfung kann u.a. als Reiseimpfung auf Anfrage erstattet werden. Eine Übersicht hierzu gibt es beim „Centrum für Reisemedizin“ unter: https://bit.ly/2KVS0yy.

Auch wenn die eigene Krankenkasse nicht in einer der Listen aufgeführt wird, lohnt es sich, nach einer Kostenerstattung bei den Krankenkassen direkt zu fragen, da es immer wieder Einzelfallentscheidungen gibt und Impfkosten so nachträglich erstattet werden. Durch gezieltes Nachfragen kann man eine Kostenerstattung durch die jeweilige Krankenkasse bewirken. Es lohnt sich, mehr als einmal nachzufragen.

Tipps für die Kostenerstattung

• Den Kinder- und Jugendarzt nach einem vorgefertigten Anfrageformular zur Kostenerstattung von zusätzlichen Meningokokken-Impfungen fragen oder einfach hier (https://www.meningitis-
bewegt.de/info-material/#1909) herunterladen
• Anfrage bei der Krankenkasse (am besten schriftlich einreichen)
• Falls die Zusage der Krankenkasse nicht direkt erfolgt, in Vorkasse gehen und bei der Krankenkasse diese Unterlagen einreichen:

- Impfstoff-Rezept
- Apothekenrechnung für den Impfstoff
- Arztrechnung

Hinweis: Viele Krankenkassen verfügen mittlerweile auch über Apps, über die man Dokumente einreichen kann.

Falls man nach zwei bis drei Wochen noch keine Rückmeldung bekommen hat, sollte man ruhig noch einmal bei der Krankenkasse nachfragen. Es lohnt sich in jedem Fall, da häufig Einzelfallentscheidungen getroffen werden.

Meningokokken-Erkrankungen sind zum Glück selten, können aber schnell lebensbedrohlich verlaufen und schwere Folgeschäden haben. Am häufigsten sind Babys und Kleinkinder betroffen. (3)  Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt daher frühzeitig auf den bestmöglichen Schutz durch Impfungen ansprechen.

1) RKI: „Epidemiologisches Bulletin 34/2019“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2CDpRrm. Juni 2020.

2) RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; 2019; Juni 2020.

3) BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32Bnccl. Juni 2020.

 

Veröffentlicht im JUNI 2020

NP-DE-MNX-OGM-200003; 06/20