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Warum Besuche beim Kinder- und Jugendarzt trotz Corona-Krise wichtig sind

Unsicherheiten bei Arztbesuchen

Die Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie hält weiterhin an und wir alle spüren die Einschränkungen in unserem Alltag. Während die Forscher weltweit mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus forschen, können wir nicht viel mehr tun, als die geltenden Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen: Abstandhalten, vermehrtes Händewaschen sowie einen Mund- und Nasenschutz tragen sind sinnvoll. Und auch der eingeschränkte Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden. Viele Eltern sind dadurch allerdings verunsichert und verschieben wichtige Arztbesuche beim Kinder- und Jugendarzt, z. B. für die U-Untersuchungen.  Gerade die ersten Termine sollten unbedingt eingehalten werden, aber auch die U6 bis U9-Untersuchungen sollten weiterhin möglichst zeitgerecht durchgeführt werden. Falls dennoch ausnahmsweise eine U6 bis U9 verschoben bzw. nachgeholt werden muss, erstatten Krankenkassen die Kosten jedoch aktuell auch zum späteren Zeitpunkt. Dies basiert auf einer Ausnahmeregelung, die in Deutschland zunächst bis zum 30. September 2020 gilt.

Bestmöglicher Schutz vor weiteren Krankheiten durch Impfungen


Nach der U1 direkt nach der Geburt sind zunächst die U2 bis U5 für die generelle Vorsorge von Kindern wichtig. Sie helfen, „angeborene Erkrankungen und Entwicklungsstörungen des Säuglings rechtzeitig zu erkennen und erforderliche Diagnostik und Behandlung in die Wege zu leiten“, so Dr. med. Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). (1)

Des Weiteren sind die ersten Impfungen, die im Rahmen der U-Untersuchungen vorgenommen werden können besonders wichtig, um eine Grundimmunisierung gegen viele schwerwiegende Erkrankungen zu schaffen. Zu diesen zählen die Impfung gegen Rotaviren (im Alter von sechs Wochen), die 6-fach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B sowie Pneumokokken (im Alter von zwei Monaten). Im Alter von elf bis 14 Monaten erhalten Kinder ihre ersten Standardimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie gegen Meningokokken C ab einem Alter von zwölf Monaten. Zusätzliche Impfungen gegen Meningokokken B und ACWY sind bereits im ersten Lebensjahr möglich.

Schutz der Gesellschaft durch Impfungen


Wie das Robert Koch-Institut betont, ist es momentan unerlässlich, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu erhalten, um das Gesundheitssystem zu entlasten. (2) Mit den Standardimpfungen kann verhindert werden, dass Epidemien ausbrechen, wie wir sie momentan mit dem SARS-CoV-2-Erreger erleben. Impfungen schützen daher vor Infektionen, die in der Pandemiezeit zusätzlich gefährlich oder schädigend sein können. (3)

Dr. Sigrid Peter, Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, zeigt sich daher alarmiert, dass die Gruppenimmunität aufgrund sinkender Impfraten in Gefahr gerät: „Dadurch sind auch diejenigen gefährdet, die aufgrund von Vorerkrankungen nicht geimpft werden können. Krankheiten, die längst zurückgedrängt worden sind, werden in Zukunft wieder vermehrt auftreten.“ (4)

Ansteckungsgefahr in Arztpraxen gering 

Die Sorge, euer Kind könne sich bei einem Arzttermin mit dem Coronavirus infizieren, ist nachvollziehbar. Jedoch haben die meisten Kinder- und Jugendärzte ihr Praxismanagement den Erfordernissen der Pandemie angepasst und die geltenden Hygienestandards umgesetzt. Außerdem gibt es spezielle Termine und Zeiten nur für Impfungen und Vorsorgen, andere Zeiten für die Behandlung von Kindern mit Infekten. Die Termine werden außerdem so gelegt, dass möglichst wenig Wartezeit entsteht.

Unser Tipp

Informiert euch einfach vorher telefonisch bei eurem Kinder- und Jugendarzt, zu welchen Zeiten ihr mit euren Kindern zum Impfen und den Vorsorgeterminen vorbeikommen könnt. Einige Hinweise finden sich auch oft auf der Website der Praxis.

 

1) BZgA: „Auch in Zeiten von Corona die empfohlenen Schutzimpfungen im Blick behalten“. Verfügbar unter: https://bit.ly/35S9kh3. Mai 2020.

2) RKI: „COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2zrWeed. Mai 2020.

3) Deutsches Grünes Kreuz: „Jetzt erst recht: Impfungen nicht wegen der Corona-Epidemie vernachlässigen“. Verfügbar unter: https://bit.ly/3dCviY0. Mai 2020.

4) BVKJ: „Kinder- und Jugendärzte alarmiert: Eltern meiden Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen für ihre Kinder und sogar Arztbesuche mit akut kranken Kindern“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2yO0Xa0. Mai 2020.

 

Veröffentlicht im MAI 2020 

NP-DE-MNX-WCNT-200047; 05/20