Was du zu Meningokokken wissen solltest

Was sind Meningokokken eigentlich?

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln. Etwa 10 % der Bevölkerung tragen den Erreger in sich – ohne es zu wissen.1 Denn sie entwickeln weder Symptome, noch lösen die Meningokokken eine Erkrankung aus.

Meningokokken sind nicht gleich Meningokokken. Sie treten in unterschiedlichen Varianten auf, die man Serogruppen nennt. In Deutschland treten die fünf Serogruppen A, B, C, W135 und Y auf. Die meisten Fälle gehen auf die Serogruppe B und seltener auf die Serogruppe C zurück.

Mehr zu den Meningokokken-Serogruppen und ihren Häufigkeiten erfährst du hier.

Meningokokken können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder/und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Meningokokken können schwere Erkrankungen verursachen, wenn sie ins Blut gelangen und sich dort vermehren: In zwei Dritteln der Fälle kann es dann zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis; daher der Name MENINGokokken) kommen und in einem Drittel zur Blutvergiftung (Sepsis). Beide Krankheitsbilder können auch zusammen auftreten.

Eine Infektion kann sehr schnell voranschreiten. Die ersten Anzeichen einer Ansteckung mit Meningokokken treten etwa drei bis vier Tage nach der Infektion auf.3

Was sind die möglichen Folgen einer Meningokokken-Infektion?

Das Gefährliche an Meningokokken-Infektionen ist, dass sie sehr schnell verlaufen und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden können.1

Mögliche Folgeschäden einer Meningokokken-Infektion sind:

  • Schädigung des Gehirns
  • Lernschwäche
  • Hörverlust
  • Verlust von Gliedmaßen infolge der Blutvergiftung
  • Tod 

 

Eine Meningokokken-Sepsis hat schwerwiegende Folgen und kann auch zu Amputationen führen. Andrea Vogt-Bolm, Leiterin des Instituts AMPU VITA e. V./Ampukids, spricht darüber und betont, wie wichtig ihr darum die Aufklärung ist.

So erkennt man eine Meningokokken-Infektion

Die ersten Anzeichen einer Meningokokken-Erkrankung treten etwa drei bis vier Tage nach der Infektion auf. Da die Symptome im frühen Stadium häufig unspezifisch sind, werden Meningokokken-Erkrankungen oft erst spät erkannt. 

Wie kann man sich mit Meningokokken anstecken?

Jeder zehnte Erwachsene trägt Meningokokken im Nasen- und Rachenraum, ohne es zu merken. Wie die Erreger von Mensch zu Mensch übertragen werden, erfährst du hier:

Wer ist gefährdet?

Erkranken kann man im Prinzip in jedem Alter, jedoch sind Säuglinge und Kleinkinder am häufigsten von den Folgen einer Meningokokken-Infektion betroffen. Auch Jugendliche und Heranwachsende haben ein erhöhtes Risiko, an Meningokokken-Infektionen zu erkranken.1

Ein erhöhtes Risiko besteht ebenfalls bei Patienten mit Immunschwäche oder anstehenden Reisen in Risikogebiete.

Häufigkeit von Meningokokken

Im Jahr 2017 traten in Deutschland 283 Fälle von Meningokokken-Erkrankungen auf (Stand 10.04.2018).2

Meningokokken kommen weltweit vor 3

Meningokokken treten weltweit auf. In Industrieländern werden sie oft als Einzelerkrankungen beobachtet, die in Europa und Nordamerika zu 30 bis 40 % vor allem im Winter und Frühjahr auftreten.

Meningokokken treten weltweit auf. In Industrieländern werden sie oft als Einzelerkrankungen beobachtet, die in Europa und Nordamerika zu 30 bis 40 % vor allem im Winter und Frühjahr auftreten.

Dr. Michael Horn im Interview

Der Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Horn erläutert dir im Interview alles Wichtige rund um Meningokokken und wie du deine Kinder schützen kannst. 

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Teste dein Wissen!

Weißt du Bescheid über Meningokokken, wo man sie findet, wie man eine Infektion erkennt und sich davor schützt?

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