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Ein Kinderarzt erklärt: Darum gibt es verschiedene Meningokokken-Impfungen

Meningokokken-Erklärvideo

„Ich erinnere mich auch noch an die eigene Panik: Werde ich jetzt dieser Situation überhaupt gerecht? Und wie ist das – kann dieses Kind mit dem Leben davonkommen oder nicht?“, erzählt der Kinder- und Jugendarzt Dr. Stephan von Landwüst. Noch ganz genau erinnert er sich an seinen ersten Meningokokken-Fall, den er als junger Assistenzarzt im Krankenhaus miterlebt. Er entdeckt die Hauteinblutungen bei dem Baby, das die Eltern ihm in die Arme drücken und erkennt die Meningokokken-Erkrankung. Sorge kommt in ihm auf, ob das Kind die sehr seltene, aber lebensbedrohliche Krankheit überstehen würde.[1] Denn leider versterben in Deutschland etwa zehn Prozent aller Patient*innen trotz intensivmedizinischer Versorgung.[2]

Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet

Meningokokken-Erkrankungen beginnen meist mit ungenauen und grippeähnlichen Symptomen.[3] „Das Tückische ist, dass wir gerade in dem frühen Krankheitsstadium diese Erkrankungen nicht genau als solche sehen oder lesen können“, so von Landwüst.

Der Krankheitsverlauf ist jedoch meistens dann sehr plötzlich und schnell fortschreitend. [1] Die Meningokokken-Bakterien können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.[1] Leider sind Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren besonders gefährdet, an ihnen zu erkranken, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist. [3]

Gruppe B gefolgt von Y und C für die meisten Meningokokken-Fälle verantwortlich

Von Landwüst ist froh, dass es mittlerweile verschiedene Impfungen gegen die unterschiedlichen Meningokokken-Gruppen gibt. Die Standard-Impfung gegen Gruppe C wird seit 2006 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen – und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.[4]
Da die Impfung gegen Gruppe C jedoch nicht vor anderen Meningokokken-Gruppen schützen kann, gibt es darüber hinaus Impfungen gegen die Gruppen B und ACWY. Gruppe B ist mit rund 60 % für die meisten Meningokokken-Fälle in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C. [5] Viele Krankenkassen erstatten die Kosten der zusätzlich möglichen Impfungen auf Anfrage. Hier findest du weitere Infos zur Kostenübernahme.

Lass dich von deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt beraten

Viele Eltern wissen nicht, dass es verschiedene Impfungen für einen bestmöglichen Schutz ihrer Kleinen gibt. Von Landwüst appelliert daher an Eltern, die Kinderärztin oder den Kinderarzt frühestmöglich auf die Schutzmöglichkeiten vor Meningokokken anzusprechen. Eine Erkrankung betreffe nicht nur das Kind, sondern auch das komplette Umfeld: auch die Familie und die Freundinnen und Freunde, betont der Kinderarzt.

Frag daher deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt jetzt nach den unterschiedlichen Meningokokken-Impfungen. Wenn du noch mehr Informationen zur Erkrankung, zu den Impfungen oder der Kostenübernahme suchst, schau doch auch mal auf unseren Social-Media-Kanälen vorbei: „Meningitis bewegt.“ ist bei Instagram, Facebook, YouTube zu finden.

 

 

[1] BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/34WO5Zw. Januar 2023.

[2] RKI: „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2019“. Verfügbar unter: https://bit.ly/3dkU3e7. Januar 2023.

[3] RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter: https://bit.ly/34RsKkm. Januar 2023.

[4] RKI: „Epidemiologisches Bulletin 04/2022“. Verfügbar unter: https://bit.ly/3HGNm1C. Januar 2023.

[5] RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen mit Angabe der Serogruppe gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; Januar 2023.

 

Veröffentlicht im JANUAR 2023

NP-DE-MNX-WCNT-220197; 12/22