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Welt-Meningitis-Tag 2021

Aufklärung über Meningokokken-Erkrankungen am Welt-Meningitis-Tag

Lars war noch ein Baby als seine Mutter ihn ins Krankenhaus brachte, weil er ununterbrochen zitterte und blau angelaufen war. Die Ärzte vermuteten eine Meningokokken-Meningitis, die sich rasch bestätigte. „Im Krankenhaus fing mein Kleiner an zu krampfen. Sofort wurde ein Sauerstoffmessgerät geholt. Es zeigte nur noch 50 % an. Lars wurde direkt auf die Intensivstation verlegt und der Arzt vermutete aufgrund der Symptome eine Meningokokken-Meningitis, eine Hirnhautentzündung. Das hat sich dann leider bestätigt.“, erzählt Lars’ Mutter im Interview. Der kleine Junge überlebte die Meningitis nur knapp und ist seitdem auf beiden Ohren taub. Tatsächlich treffen Meningokokken-Erkrankungen am häufigsten Babys und Kleinkinder.¹ Am Welt-Meningitis-Tag am 24. April soll daher darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig es ist, sich frühzeitig über die Erkrankung und Schutzmöglichkeiten zu informieren.

Ungenaue und grippeähnliche Symptome

Oftmals wird die Diagnose bei einer Meningokokken-Erkrankung dadurch erschwert, dass sie meist mit ungenauen und grippeähnlichen Symptomen beginnt. Es können Fieber, Erbrechen, Schläfrigkeit oder Krämpfe auftreten.² Gerade bei Babys, die noch nicht sprechen können, sind diese unspezifischen Symptome anfangs nur schwer auszumachen und oftmals trügerisch mild.³Auch Lars war zunächst nur ungewöhnlich schläfrig.

 

Schwere Folgen bei Meningokokken-Erkrankungen möglich

Meningokokken-Erkrankungen sind zum Glück selten, sie können allerdings innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.3 Bei einem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung sollte das Kind, so wie Lars, sofort ins nächste Krankenhaus oder zur Kinderärztin bzw. zum Kinderarzt gebracht werden. Je früher mit einer Antibiotikatherapie begonnen wird, desto wahrscheinlicher können Folgeschäden vermieden werden. Lars wurde im Krankenhaus schnell behandelt, doch es dauerte, bis ein Antibiotikum anschlug. Durch die Meningitis wurde er beidseitig taub und auch seine Entwicklung wurde durch die Erkrankung beeinflusst. „Trotzdem hatte er Glück, die schwere Erkrankung zu überleben“, erklärt seine Mutter. Bis zu 10 % aller Betroffenen versterben trotz intensivmedizinischer Behandlung.⁴

Eltern können ihre Kleinen mit Impfungen bestmöglich schützen

Dass man Kinder mit einer Impfung vor Meningokokken-Erkrankungen schützen kann, wissen viele Eltern, da die Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C standardmäßig im Impfplan der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen wird.⁵ Doch damit sind die Kleinen noch nicht umfassend gegen Meningokokken-Bakterien geschützt, denn es gibt verschiedene Meningokokken-Gruppen. Meningokokken B sind mit mehr als 60 % aktuell für die meisten Erkrankungen in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y und C.⁶ „Für einen bestmöglichen Schutz sollten Eltern ihre Kinder- und Jugendärztin bzw. ihren -arzt auch auf die zusätzlich mögliche Meningokokken-B-Impfung und die Kombinationsimpfung gegen ACWY ansprechen – idealerweise schon bei der U3-Untersuchung.“, rät Kinder- und Jugendarzt Dr. von Landwüst. Viele Krankenkassen erstatten die Impfungen auf Anfrage vollständig oder teilweise. Nachfragen lohnt sich!

 

Veröffentlicht im APRIL 2021 

NP-DE-MNX-WCNT-210012; 04/21

 

¹ Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen". Verfügbar unter: https://bit.ly/2X7aroA. März 2021.

² RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter: https://bit.ly/34Vw8ec. März 2021.

³ BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32HdLI8. März 2021.

⁴ RKI: „Epidemiologisches Bulletin 43/2016“. Verfügbar unter: https://bit.ly/36Vwpzq. März 2021.

⁵ RKI: „Epidemiologisches Bulletin 34/2020“. Verfügbar unter https://bit.ly/3jhaiJ0. März 2021.

⁶ RKI: SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de, Stand: Epidemiologisches Jahrbuch 2019, Invasive Meningokokken-Erkrankungen mit Angabe der Serogruppe gemäß Referenzdefinition; Meldepflicht gemäß IfSG; 2019; März 2021.