Meningokokken-Erkrankungen sind anfangs sehr schwierig zu erkennen und können innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Möglich sind auch schwerwiegende Langzeitfolgen (z. B. Hörverlust, Amputationen).
Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder.1 Sie haben aufgrund ihres noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystems das höchste Erkrankungsrisiko.
Das zweithöchste Erkrankungsrisiko haben Jugendliche und junge Erwachsene.
In diesen beiden Altersgruppen spielen unterschiedliche Meningokokken-Gruppen als Verursacher von Erkrankungen eine zentrale Rolle. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) jeweils unterschiedliche Meningokokken-Impfungen.
Welche Meningokokken-Impfung bei Kindern?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgende Meningokokken-Impfungen standardmäßig5,6:
- Meningokokken-B-Impfung:
- Für alle Babys ab 2 Monaten und Kleinkinder.
- Nachholimpfungen: Bis zum 5. Geburtstag empfohlen.
- Meningokokken-ACWY-Impfung:
- Für alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren.
- Nachholimpfungen: Bis zum 25. Geburtstag empfohlen.
Gut zu wissen: Darüber hinaus gibt es für Reisen und bestimmte Risikogruppen (z.B. Personen mit Immunschwäche) altersübergreifende Empfehlungen für beide Impfungen.
Die früher für Kleinkinder im zweiten Lebensjahr empfohlene Meningokokken-C-Impfung entfällt als Standardimpfung. Als Begründung führt die STIKO an, dass Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppe C in Deutschland stark zurückgegangen und sehr selten geworden sind.7
Impfungen können vor Meningokokken-Erkrankungen und ihren Folgen schützen. Lass Dich jetzt ärztlich zu den von der STIKO empfohlenen Meningokokken-Impfungen beraten.
Meningokokken-B-Impfung: Ab 2 Monaten
Meningokokken B sind in Deutschland für die meisten Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich (knapp 60 %). Am häufigsten erkranken Babys und Kleinkinder an diesen Meningokokken-Erkrankungen. Laut STIKO sollen daher alle Säuglinge ab einem Alter von 2 Monaten die Meningokokken-B-Impfung erhalten.
- Standardimpfung für alle Säuglinge: Ab 2 Monaten
- Impfserie mit 3 Impfungen im Alter von 2, 4 und 12 Monaten
Der Zeitpunkt der Impfung ist so gewählt, dass kleine Kinder so früh wie möglich vor der Erkrankung geschützt werden können, da bereits in den ersten Lebensmonaten und -jahren das Erkrankungsrisiko am höchsten ist.
Wichtig: Diese STIKO-Empfehlung gilt seit Januar 2024. Wurde die Impfung versäumt, soll sie laut STIKO bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden.
Meningokokken-ACWY-Impfung: 12-14 Jahre
Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y sind in Deutschland zusammen für etwa 40 % der Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich. Ein Anstieg dieser Meningokokken-Erkrankungen wird unter Jugendlichen ab 15 Jahren und jungen Erwachsenen beobachtet.
Die STIKO empfiehlt daher die Meningokokken-ACWY-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren als Standardimpfung. Der Zeitpunkt der Impfung ist so gewählt, dass rechtzeitig ein Schutz aufgebaut werden kann, bevor der Krankheitsgipfel bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt.
Wichtig: Diese STIKO-Empfehlung gilt seit Oktober 2025. Wurde die Impfung versäumt, soll sie laut STIKO bis zum 25. Geburtstag nachgeholt werden.
Wovor schützt die Meningokokken-Impfung?
Meningokokken-Erkrankungen sind anfangs sehr schwierig zu erkennen und es sind aber dramatische Folgen möglich. In der ersten Krankheitsphase zeigt sich die Erkrankung mit harmlos wirkenden Symptomen eines Infekts der oberen Atemwege. Schon nach wenigen Stunden kann sich jedoch ein schweres, lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Dann zählt jede Minute.
- Meningokokken können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.
- Bei 10 bis 20 % der Betroffenen kommt es zu geistigen und körperlichen Langzeitfolgen (z. B. Hörverlust, Einschränkungen des Intellekts, Amputation von Gliedmaßen).
- Bis zu 15 % der Betroffenen versterben.2
Impfungen bieten den bestmöglichen Schutz vor Meningokokken-Erkrankungen.
Hintergrund: Häufige Meningokokken-Gruppen
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Meningokokken-Gruppen.
Abb.: Häufigkeit der verschiedenen Meningokokken-Gruppen in Deutschland